So planen Sie Ihre Solaranlage in 5 Schritten
Von der ersten Planung bis zur laufenden Anlage: Ertrag grob rechnen, Angebote vergleichen, Förderung und Netzanmeldung, Zählertausch und Marktstammdatenregister – mit Beispielrechnung für 8 kWp in Berlin.
MeinSolarPlan.de Team
Autor, MeinSolarPlan.de
Die eigentliche Planung einer Solaranlage – wie viele Module aufs Dach passen und was sie erzeugen – ist schnell erledigt. Danach beginnt der Teil, den viele unterschätzen: Angebote vergleichen, Förderung beantragen, die Anlage anmelden, den Zähler tauschen lassen und sie im Marktstammdatenregister eintragen.
Dieser Artikel führt Sie in fünf Schritten von der ersten Idee bis zur laufenden Anlage – mit einer realistischen Beispielrechnung.

Schritt 1: Dach und Verbrauch einschätzen
Zwei Fragen bestimmen die Größe der Anlage: Wie viel Platz hat Ihr Dach, und wie viel Strom verbrauchen Sie – heute und in Zukunft, etwa mit E-Auto oder Wärmepumpe?
- Dachfläche: Als Faustregel brauchen Sie rund 5 m² pro kWp. Wie Sie die Fläche sauber erfassen, zeigt der Ratgeber Belegungsplan erstellen.
- Ausrichtung und Neigung: Süddächer mit 30–40 Grad liefern den höchsten Ertrag, Ost-West-Dächer etwa 80 % davon. Mehr dazu unter Süd, Ost-West oder Nord.
- Verbrauch: Ihren Jahresverbrauch finden Sie auf der Stromrechnung.
Mit unserem kostenlosen PV-Planer legen Sie die Module auf das Luftbild Ihres Hauses und berechnen den Ertrag mit PVGIS-Daten. Für Adressen in Berlin und Brandenburg schlägt der Planer die Dachneigung aus dem Solarkataster vor; optional erstellen wir aus eigenen Drohnenfotos ein 3D-Modell des Dachs.
Schritt 2: Wirtschaftlichkeit grob durchrechnen
Bevor Sie Angebote anfragen, sollten Sie wissen, in welcher Größenordnung sich die Anlage bewegt.
Beispiel: 8 kWp in Berlin
| Posten | Wert |
|---|---|
| Anlagengröße | 8 kWp, Süddach, kein Speicher |
| Jahresertrag | ca. 8.000 kWh (PVGIS, 14 % Systemverluste) |
| Jahresverbrauch | 4.000 kWh |
| Selbst genutzt | ca. 1.400 kWh × 0,32 €/kWh ≈ 450 € |
| Eingespeist | ca. 6.600 kWh × 7,70 ct/kWh ≈ 510 € |
| Ersparnis brutto | ca. 950 € pro Jahr |
| Ersparnis nach laufenden Kosten | ca. 700–1.000 € pro Jahr |
| Anlagenpreis | ca. 8.000–11.200 € (1.000–1.400 €/kWp) |
| Amortisation | ca. 10–13 Jahre |
| CO₂-Einsparung | ca. 2,75 t pro Jahr, rund 55 t in 20 Jahren |
Stand: Oktober 2026. Strompreis ca. 32 ct/kWh (Verivox, August 2026), Einspeisevergütung nach EEG bis 10 kWp bei Teileinspeisung, CO₂-Faktor des deutschen Strommixes 0,344 kg/kWh (Umweltbundesamt, 2025).
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch typischerweise von 25–35 % auf 50–70 % des erzeugten Stroms. Finanziell rechnet er sich laut HTW Berlin aber oft nicht innerhalb seiner Lebensdauer – prüfen Sie beide Varianten.
Schritt 3: Angebote einholen und vergleichen
Holen Sie mindestens drei Angebote auf derselben Grundlage ein – am besten mit Ihrem Belegungsplan. Achten Sie beim Vergleich auf:
- Preis pro kWp statt Gesamtpreis
- Komponenten: Modulhersteller und -leistung, Wechselrichter, Montagesystem
- Leistungsumfang: Gerüst, Zählerschrank, Netzanmeldung, Smart Meter und Steuerbox
- Ertragsprognose: Weicht sie stark von Ihrer eigenen Rechnung ab, fragen Sie nach
- Garantien auf Module, Wechselrichter und Montage
Ein seriöser Installateur schaut sich Dach, Verschattung und Zählerschrank vor dem verbindlichen Angebot vor Ort an. Was ein Online-Tool dabei leisten kann und was nicht, lesen Sie im Vergleich Online-PV-Planer vs. Planung durch den Installateur.
Schritt 4: Förderung und Netzanmeldung
Förderung zuerst: Viele Programme verlangen, dass Sie den Antrag stellen, bevor Sie den Auftrag erteilen – etwa SolarPLUS in Berlin. Bundesweit gelten außerdem 0 % Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen und Speicher auf Wohngebäuden (§ 12 Abs. 3 UStG) und die Einspeisevergütung nach EEG.
Netzanmeldung: Nach dem Auftrag meldet der Installateur die Anlage beim zuständigen Netzbetreiber an. Er prüft, ob das Netz die Einspeisung aufnehmen kann, und beauftragt den Zählertausch.
Was speziell in Berlin und Brandenburg gilt – Netzbetreiber, SolarPLUS, Solargesetz – steht im Ratgeber Solaranlage in Berlin & Brandenburg anmelden.
Schritt 5: Montage, Zählertausch und Marktstammdatenregister

- Montage und Inbetriebnahme: Der Fachbetrieb montiert die Anlage und nimmt sie in Betrieb.
- Zählertausch: Der Messstellenbetreiber baut einen Zweirichtungszähler oder ein intelligentes Messsystem ein. Ohne Smart Meter und Steuerbox ist die Einspeisung neuer Anlagen seit dem Solarspitzengesetz (25.02.2025) auf 60 % der Modulleistung begrenzt; bei negativen Börsenstrompreisen gibt es keine Vergütung.
- Marktstammdatenregister: Anlage und Speicher müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur registriert werden. Das ist Ihre Pflicht als Betreiber.
Ausblick: Das Bundeskabinett hat am 29.07.2026 eine EEG-Novelle beschlossen, nach der neue Anlagen unter 25 kWp keine feste Einspeisevergütung mehr erhalten sollen. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet (Stand: Oktober 2026) – behalten Sie den Zeitpunkt der Inbetriebnahme im Blick.
Fazit
Die technische Planung ist der kleinere Teil der Arbeit. Wer vorab Ertrag und Wirtschaftlichkeit realistisch einschätzt, Angebote auf einer gemeinsamen Grundlage vergleicht und die Reihenfolge von Förderantrag, Auftrag und Anmeldung einhält, kommt ohne böse Überraschungen zur eigenen Anlage. Bei heutigen Preisen rechnet sich eine Anlage ohne Speicher meist nach 10–13 Jahren.
Ihr nächster Schritt: Planen Sie Ihre Solaranlage kostenlos – Sie benötigen nur ein kostenloses Kundenkonto.
Mehr dazu: Die Planung selbst machen Sie mit unserem kostenlosen PV-Planungstool; Ertrag und Ausrichtung berechnet der PV-Rechner.
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Autor, MeinSolarPlan.de
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