Zwischen dem Wunsch nach eigenem Solarstrom und einer rentablen Anlage auf dem Dach liegt ein entscheidender Schritt: die Solarplanung. Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung, die Einspeisevergütung nach EEG und der eigene Stromverbrauch müssen zusammenpassen, damit sich die Investition lohnt.
MeinSolarPlan.de hilft Ihnen bei der ersten, datenbasierten Planung: Sie legen die Module auf das Luftbild Ihres Hauses, wir berechnen den Ertrag mit den Einstrahlungsdaten der EU (PVGIS) und Sie erhalten eine Grundlage, mit der Sie Angebote von Installateuren vergleichen können.
Was ist Solarplanung?
Solarplanung ist die Konzeption und Auslegung einer Photovoltaikanlage, bevor sie installiert wird. Dazu gehören:
- die Analyse des Gebäudes – Dachfläche, Ausrichtung, Neigung und Verschattung durch Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude,
- der aktuelle und künftige Strombedarf, etwa durch E-Auto oder Wärmepumpe,
- die passende Anlagengröße,
- die Modulanordnung auf dem Dach (Belegungsplan),
- die Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Warum vorab selbst planen?
Wer seine Anlage vorher durchgerechnet hat, erkennt im Angebot schnell, ob Modulanzahl, Leistung und Preis plausibel sind. Mit unserem kostenlosen PV-Planer erstellen Sie dafür in kurzer Zeit eine erste Planung. Die verbindliche Auslegung macht anschließend der Installateur vor Ort.
Vorteile einer guten Planung
- Passende Größe: Die Anlage ist weder zu klein noch unnötig groß – das wirkt sich direkt auf Rendite und Amortisationszeit aus.
- Weniger Fehler: Ungünstige Modulanordnung oder übersehene Verschattung lassen sich nach der Montage nur schwer korrigieren.
- Zukunftssicherheit: Wallbox, Wärmepumpe oder ein späterer Speicher lassen sich in der Planungsphase einfach berücksichtigen.
- Vergleichbarkeit: Mit konkreten Zahlen können Sie verschiedene Varianten und Angebote vergleichen.
Der PV-Rechner: was er kann
Unser PV-Rechner ist Teil des kostenlosen Planers (nach kostenloser Registrierung). Sie planen die Module direkt auf dem Luftbild Ihres Hauses in 2D. Optional erstellen wir aus Ihren eigenen Drohnenfotos ein 3D-Modell des Dachs.
Für die Berechnung brauchen Sie Ihre Adresse, die Dachneigung und Ihren Stromverbrauch. Für Adressen in Berlin und Brandenburg schlägt der Planer die Neigung aus dem amtlichen Solarkataster vor; sonst tragen Sie sie selbst ein.
Als Ergebnis erhalten Sie einen PDF-Bericht mit dem erwarteten Jahres- und Monatsertrag, dem Eigenverbrauch (mit oder ohne Speicher), der Stromkostenersparnis, der CO₂-Einsparung und – wenn Sie einen Anlagenpreis angeben – der Amortisationszeit.
So funktioniert der Planer
Adresse eingeben
Der Planer zeigt Ihr Haus auf dem Luftbild. In Berlin und Brandenburg erscheinen die Dachneigungen aus dem Solarkataster.
Module platzieren
Sie ziehen Modulfelder auf und entfernen einzelne Module an Dachfenstern oder Schornsteinen. Anzahl und kWp sehen Sie sofort.
Ertrag & Angebote
Der Ertrag wird mit PVGIS berechnet. Auf Wunsch geben Sie die Planung für Angebote von geprüften Fachbetrieben frei.
Solar-Ausrichtung: der wichtigste Faktor für den Ertrag
In Deutschland liefert ein Süddach den höchsten Jahresertrag. In Berlin liegt das rechnerische Optimum bei etwa 35–40 Grad Neigung; zwischen 30 und 40 Grad ist der Unterschied aber gering.
Ost- und Westdächer erzeugen bei 30–35 Grad Neigung etwa 78–80 % des Süd-Ertrags, verteilen den Strom aber gleichmäßiger über den Tag – morgens die Ostseite, abends die Westseite. Das hilft beim Eigenverbrauch. Ein Norddach mit dieser Neigung kommt nur auf etwa 51 %. Mehr dazu im Ratgeber Süd, Ost-West oder Nord: die richtige Ausrichtung.
| Ausrichtung (30–35° Neigung, Berlin) | Ertrag im Vergleich zu Süd |
|---|---|
| Süd | 100 % |
| Ost / West | ca. 78–80 % |
| Nord | ca. 51 % |
Quelle: PVGIS v5.3, eigene Berechnung.
Neigungswinkel
- 10–25 Grad: üblich für Ost-West-Anlagen, z. B. aufgeständert auf Flachdächern
- 30–40 Grad: optimal für Süddächer
- über 45 Grad: etwas weniger Jahresertrag, dafür vergleichsweise gute Wintererträge
Sie kennen die Neigung Ihres Dachs nicht? So können Sie die Dachneigung ermitteln.
PV-Ertrag: mit welchen Werten Sie rechnen können
Der Ertrag wird in Kilowattstunden pro Kilowattpeak (kWh/kWp) angegeben. In Berlin und Brandenburg erzeugt eine Süd-Anlage typischerweise 950 bis 1.050 kWh pro kWp und Jahr, in Süddeutschland etwa 8 % mehr. Für ein Süddach in Berlin mit 35 Grad Neigung berechnet PVGIS rund 1.050 kWh/kWp.
So rechnen wir: PVGIS v5.3 der EU-Kommission, Wetterdaten 2005–2023 (SARAH-3), 14 % Systemverluste für Kabel, Wechselrichter, Verschmutzung und Alterung.
Was den Ertrag mindert
- Verschattung: Schon teilweise Verschattung durch Bäume oder Schornsteine kann den Ertrag deutlich senken. Diese Bereiche lassen Sie bei der Belegung besser frei.
- Temperatur: Bei Hitze sinkt die Modulleistung, typischerweise um etwa 0,3–0,4 % pro Grad über 25 °C.
- Verschmutzung und Alterung: Staub, Pollen und die langsame Degradation der Module sind in den 14 % Systemverlusten enthalten.
Solaranlage für das Haus: welche Größe?
Die meisten Wohngebäude eignen sich für Photovoltaik, sofern genug unverschattete Dachfläche vorhanden ist. Als Faustregel brauchen Sie rund 5 m² Dachfläche pro kWp.
| Anlagengröße | Dachfläche | Typischer Haushalt |
|---|---|---|
| 5 kWp | ca. 25–30 m² | kleiner Haushalt |
| 8 kWp | ca. 40–48 m² | durchschnittlicher Haushalt |
| 10 kWp | ca. 50–60 m² | mit E-Auto oder Wärmepumpe |
Welche Dachtypen eignen sich?
- Satteldach (30–40 Grad): ideal, bei Ost-West-First auf beiden Seiten
- Flachdach: Module werden aufgeständert, oft als Ost-West-Anordnung
- Walm- und Pultdach: gut nutzbar, je nach Ausrichtung der Flächen
- Norddach: nur bei flacher Neigung; Wirtschaftlichkeit genau prüfen
Hausbau und Solaranlage
Beim Neubau sollten Sie die Photovoltaik von Anfang an mitplanen. In Berlin ist sie seit 2023 bei Neubauten ohnehin Pflicht (Solargesetz Berlin).
Vorteile beim Neubau
- Dachkonstruktion und Ausrichtung lassen sich auf die Module abstimmen
- Leitungswege und Zählerschrank werden gleich passend geplant
- Das Gerüst ist ohnehin vorhanden
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Schlüsselfertige Anlagen mit 8–15 kWp kosten meist 1.000 bis 1.400 Euro pro kWp; kleinere Anlagen sind pro kWp teurer.
| Anlagengröße (ohne Speicher) | Typischer Preis | Amortisation |
|---|---|---|
| 5 kWp | ca. 6.500–9.000 € | ca. 10–13 Jahre |
| 8 kWp | ca. 8.000–11.200 € | ca. 10–13 Jahre |
| 10 kWp | ca. 10.000–15.000 € | ca. 10–13 Jahre |
Stand: Oktober 2026. Preise inkl. Montage, 0 % MwSt. Amortisation bei ca. 32 ct/kWh Strompreis (Verivox, August 2026). Regionale Details: Preise in Berlin & Brandenburg.
Entscheidend ist der Eigenverbrauch: Ohne Speicher nutzen Haushalte typischerweise 25–35 % des erzeugten Stroms selbst, mit Speicher 50–70 %. Ein Speicher amortisiert sich laut HTW Berlin aber häufig nicht innerhalb seiner Lebensdauer.
Beispiel: 8 kWp in Berlin, ca. 8.000 kWh im Jahr, 4.000 kWh Verbrauch, kein Speicher. Rund 1.400 kWh nutzen Sie selbst (× 0,32 € ≈ 450 €), rund 6.600 kWh speisen Sie ein (× 7,70 ct ≈ 510 €). Das sind etwa 950 € Ersparnis brutto; nach laufenden Kosten bleiben je nach Eigenverbrauch etwa 700–1.000 € im Jahr.
Einspeisevergütung nach EEG
Die Vergütung ist bundesweit im EEG geregelt und gilt 20 Jahre. Für Inbetriebnahme vom 01.08.2026 bis 31.01.2027:
| Anlagenteil | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| 10–40 kWp (Anteil) | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Die Sätze sinken alle sechs Monate um 1 % (nächste Stufe 01.02.2027). Seit dem Solarspitzengesetz (25.02.2025) gibt es bei negativen Strompreisen keine Vergütung, und ohne Smart Meter ist die Einspeisung auf 60 % der Modulleistung begrenzt. Eine vom Kabinett am 29.07.2026 beschlossene EEG-Novelle sieht vor, die feste Vergütung für neue Anlagen unter 25 kWp abzuschaffen – sie ist noch nicht vom Bundestag verabschiedet (Stand: Oktober 2026).
0 % Mehrwertsteuer auf Solaranlagen
Seit 2023 gilt nach § 12 Abs. 3 UStG für Lieferung und Installation von PV-Modulen und Speichern auf oder bei Wohngebäuden ein Steuersatz von 0 % – unbefristet. Bis 30 kW (laut Marktstammdatenregister) gelten die Voraussetzungen als erfüllt. Bei einer Anlage für 12.000 € entfallen damit 2.280 € Umsatzsteuer.
Fazit: Jetzt Ihre Solaranlage planen
Eine Solaranlage für das Haus rechnet sich bei heutigen Preisen ohne Speicher meist nach 10–13 Jahren und läuft danach noch viele Jahre weiter. Mit einer sorgfältigen Solarplanung wissen Sie vorher, was Ihr Dach leisten kann.
Nutzen Sie unseren kostenlosen PV-Rechner: Ausrichtung und Ertrag werden für Ihr Dach berechnet, die Modulbelegung planen Sie mit dem PV-Planungstool.