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    Planung
    7 Min Lesezeit

    Belegungsplan für die PV-Anlage erstellen: Anleitung mit Beispiel

    Was in einen Belegungsplan gehört, welche Abstände Sie einplanen müssen und wie Sie den Plan für Ihre PV-Anlage kostenlos online auf dem Luftbild erstellen.

    MT

    MeinSolarPlan.de Team

    Autor, MeinSolarPlan.de

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    Bevor ein Installateur ein Angebot schreibt oder Material bestellt, steht eine Frage im Raum: Wie viele Solarmodule passen auf das Dach – und wie werden sie angeordnet? Die Antwort liefert der Belegungsplan. Er ist die Grundlage für die Anlagengröße, die Ertragsprognose und am Ende auch für den Preis.

    In diesem Artikel erfahren Sie, was in einen Belegungsplan gehört, welche Abstände und Hindernisse Sie berücksichtigen müssen und wie Sie einen Plan in wenigen Minuten selbst online erstellen.

    Luftbild eines Einfamilienhauses mit geplanter Modulbelegung auf dem Dach

    Was ist ein Belegungsplan?

    Ein Belegungsplan (auch Modulbelegungsplan oder Dachbelegungsplan) ist eine maßstäbliche Draufsicht auf das Dach, in der jedes Solarmodul eingezeichnet ist. Er zeigt:

    • Anzahl und Lage der Module auf jeder Dachfläche
    • Ausrichtung der Module – Hochformat oder Querformat
    • Abstände zu First, Traufe, Ortgang und zu Hindernissen
    • Ausgesparte Bereiche wie Schornsteine, Dachfenster, Gauben oder Lüfter
    • Gesamtleistung der Anlage in Kilowatt-Peak (kWp)

    Im Gespräch wird der Begriff oft mit dem Lageplan der PV-Anlage gleichgesetzt. Genau genommen beschreibt der Lageplan, wo sich die Anlage auf dem Grundstück und am Gebäude befindet – Netzbetreiber verlangen ihn teilweise bei der Anmeldung. Ein guter Belegungsplan auf dem Luftbild erfüllt in der Praxis beide Zwecke.

    Warum sich ein eigener Belegungsplan lohnt

    Viele Hausbesitzer warten mit der Planung, bis der Installateur vor Ort ist. Ein eigener Entwurf hat aber klare Vorteile:

    1. Realistische Erwartungen: Sie wissen vorher, ob auf Ihr Dach 6 oder 16 kWp passen.
    2. Vergleichbare Angebote: Mit einem Belegungsplan können Sie mehrere Installateure auf derselben Grundlage anfragen.
    3. Bessere Gespräche: Sie erkennen sofort, wenn ein Angebot deutlich weniger Module vorsieht – und können nachfragen, warum.
    4. Varianten durchspielen: Nur Südseite oder Ost- und Westseite? Hochformat oder Querformat? Im Plan sehen Sie den Unterschied in Sekunden.

    Schritt für Schritt: So entsteht der Belegungsplan

    1. Dachflächen erfassen

    Grundlage ist eine maßstäbliche Ansicht des Dachs. Am einfachsten ist ein Luftbild, auf dem Sie die Dachflächen direkt sehen. Notieren Sie für jede Fläche:

    • die Himmelsrichtung (z. B. Süd, Südwest, Ost)
    • die Dachneigung in Grad – wie Sie sie ermitteln, lesen Sie in unserem Artikel Dachneigung ermitteln
    • Hindernisse: Schornstein, Dachfenster, Gauben, Antennen, Lüftungsrohre

    2. Modulgröße festlegen

    Gängige Module für Einfamilienhäuser sind etwa 1,13 m breit und 1,70 bis 1,95 m lang und leisten 400 bis 450 Wattpeak. Wenn Sie schon ein bestimmtes Modul im Auge haben, nehmen Sie dessen Datenblatt-Maße – wenige Zentimeter Unterschied entscheiden auf schmalen Dachflächen über eine ganze Modulreihe.

    3. Abstände berücksichtigen

    Module können nicht bis an die Dachkante gebaut werden. Typische Punkte:

    • Randabstände zu First, Traufe und Ortgang: Viele Installateure halten einige Dezimeter Abstand. Die genauen Werte ergeben sich aus der Statik, der Unterkonstruktion und den Windlast-Zonen des Dachs.
    • Brandwände: Bei Doppel- und Reihenhäusern schreiben die Landesbauordnungen Abstände zur Brandwand vor.
    • Abstände zwischen den Modulen: Für Klemmen und Montageschienen bleiben meist nur 1–2 cm.
    • Hindernisse: Rund um Schornsteine und Dachfenster sollte Platz für Wartung und Schneeabgang bleiben.

    4. Module platzieren – Hochformat oder Querformat?

    Probieren Sie beide Varianten aus. Auf breiten, niedrigen Dachflächen passt im Querformat oft eine Reihe mehr, auf hohen, schmalen Flächen eher im Hochformat. Wichtig: Module mit Teilverschattung (z. B. durch einen Schornstein am Nachmittag) besser aussparen oder getrennt verschalten.

    Hausbesitzer plant die Modulbelegung seines Dachs am Laptop

    5. Leistung und Ertrag berechnen

    Aus der Modulanzahl ergibt sich die Leistung: 20 Module × 430 Wp = 8,6 kWp. Als grobe Faustregel brauchen Sie rund 5 m² Dachfläche pro kWp. Wie viel Strom die Anlage im Jahr erzeugt, hängt von Ausrichtung und Neigung ab – in Deutschland liegen gut ausgerichtete Anlagen meist bei 900 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr.

    Beispiel: Satteldach eines Einfamilienhauses

    DachflächeGrößeAusrichtungNeigungModule (430 Wp)Leistung
    Südseite10,5 × 5,2 mSüd38°166,9 kWp
    Nordseite10,5 × 5,2 mNord38°––
    Gesamt166,9 kWp

    Auf der Südseite passen in diesem Beispiel nach Abzug von Randabständen und einem Dachfenster zwei Reihen à 8 Module im Hochformat. Die Nordseite bleibt bei 38° Neigung frei – dort wäre der Ertrag deutlich geringer. Bei einem flacheren Dach oder einer Ost-West-Ausrichtung sähe die Rechnung anders aus; mehr dazu in unserem Artikel zur Ausrichtung der PV-Anlage.

    Häufige Fehler im Belegungsplan

    • Falscher Maßstab: Ein unmaßstäbliches Foto führt schnell zu einer Reihe Module zu viel.
    • Hindernisse vergessen: Ein Lüftungsrohr mitten in der Fläche kostet oft zwei Module.
    • Verschattung ignoriert: Gauben, Nachbarbäume und Schornsteine werfen im Winter lange Schatten.
    • Nur maximal belegen: Mehr Module sind nicht immer besser – entscheidend ist, wie viel Strom Sie selbst nutzen können.

    Belegungsplan online erstellen – kostenlos

    Mit dem kostenlosen PV-Planungstool von MeinSolarPlan.de erstellen Sie Ihren Belegungsplan direkt auf dem Luftbild Ihres Hauses:

    • Adresse eingeben – das Luftbild wird automatisch geladen
    • Modulgröße, Hoch- oder Querformat und Abstände einstellen
    • Module per Klick auf die Dachfläche legen – Anzahl und kWp werden sofort angezeigt
    • Dachneigung eintragen; für viele Dächer in Berlin und Brandenburg schlägt der Planer die Neigung aus dem Solarkataster vor
    • Ertrag über die PVGIS-Daten der EU berechnen lassen

    Ihren Plan können Sie speichern und an Installateure weitergeben – so erhalten Sie Angebote, die auf derselben Grundlage beruhen.

    Mehr dazu: Wie Sie Ertrag und Ausrichtung im Detail berechnen, zeigt der PV-Rechner. Regionale Preise und Installateure finden Sie unter Solaranlagen in Berlin & Brandenburg.

    Geschrieben von:

    MT

    MeinSolarPlan.de Team

    Autor, MeinSolarPlan.de

    Veröffentlicht am

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