Photovoltaik in der Hauptstadtregion: das Wichtigste in Kürze
- Ertrag: Eine nach Süden ausgerichtete Anlage erzeugt in Berlin und Brandenburg typischerweise 950–1.050 kWh pro kWp und Jahr (PVGIS, 14 % Systemverluste).
- Preis: Für 8–15 kWp liegen schlüsselfertige Anlagen meist bei 1.000–1.400 € pro kWp, eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher bei rund 10.000–15.000 € (Stand: Oktober 2026).
- Amortisation: Ohne Speicher rechnet sich eine Anlage bei heutigen Preisen meist nach etwa 10–13 Jahren.
- Förderung: In Berlin gibt es SolarPLUS (nur zusammen mit einem neuen Speicher), in Brandenburg 2026 keinen Landeszuschuss, aber einen Förderkredit der ILB und kommunale Programme, etwa in Potsdam.
- Pflichten: Anmeldung beim Netzbetreiber, Eintrag im Marktstammdatenregister und in Berlin die Solarpflicht bei Neubau und größeren Dachsanierungen.
Was kostet eine Solaranlage in Berlin und Brandenburg?
Die folgenden Richtwerte gelten für schlüsselfertige Anlagen auf einem Einfamilienhaus inklusive Module, Wechselrichter, Montagesystem, Montage und Anmeldung, aber ohne Batteriespeicher. Je größer die Anlage, desto günstiger wird das einzelne kWp. Gerüst, ein neuer Zählerschrank oder ein schwieriges Dach können den Preis deutlich erhöhen.
| Anlagengröße | Typischer Preis (0 % MwSt.) | Jahresertrag Süd (Berlin) |
|---|---|---|
| 5 kWp | ca. 6.500–9.000 € | ca. 4.800–5.200 kWh |
| 8 kWp | ca. 8.000–11.200 € | ca. 7.600–8.400 kWh |
| 10 kWp | ca. 10.000–15.000 € | ca. 9.500–10.500 kWh |
| 15 kWp | ca. 15.000–21.000 € | ca. 14.300–15.800 kWh |
Stand: Oktober 2026. Preise: Marktspanne für 8–15 kWp ca. 1.000–1.400 €/kWp, kleinere Anlagen teurer pro kWp. Ertrag: PVGIS v5.3, Süd, 35° Neigung, 14 % Systemverluste. Ost-West-Dächer erreichen etwa 80 % davon.
Und der Batteriespeicher?
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch typischerweise von 25–35 % auf 50–70 % des erzeugten Stroms. Finanziell lohnt er sich aber oft nicht: Nach Berechnungen der HTW Berlin amortisiert sich ein Heimspeicher häufig nicht innerhalb seiner Lebensdauer. Lassen Sie sich den Speicher deshalb im Angebot getrennt ausweisen und entscheiden Sie bewusst. In Berlin kann SolarPLUS die Rechnung verbessern (siehe unten).
Wirtschaftlichkeit: eine Beispielrechnung
Beispiel Berlin: 8 kWp, Süddach, ca. 8.000 kWh Ertrag im Jahr, Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch, kein Speicher.
| Posten | Annahme | Betrag pro Jahr |
|---|---|---|
| Eigenverbrauch | ca. 1.400 kWh × 0,32 €/kWh | ca. 450 € |
| Einspeisung | ca. 6.600 kWh × 7,70 ct/kWh | ca. 510 € |
| Ersparnis brutto | ca. 950 € |
Von der Bruttoersparnis gehen noch laufende Kosten wie Versicherung und Wartung ab; außerdem verliert die Anlage mit den Jahren etwas Leistung. Realistisch bleiben je nach Eigenverbrauch etwa 700–1.000 € im Jahr. Bei einem Anlagenpreis von rund 8.000–11.200 € ergibt das eine Amortisation nach etwa 10–13 Jahren. Die CO₂-Einsparung liegt bei 8.000 kWh × 0,344 kg/kWh (Strommix 2025, UBA) bei rund 2,75 Tonnen pro Jahr.
Stand: Oktober 2026. Strompreis ca. 32 ct/kWh (Verivox, August 2026), Einspeisevergütung EEG bis 10 kWp bei Teileinspeisung.
Einspeisevergütung: bundesweit nach EEG
Die Einspeisevergütung ist keine regionale Förderung, sondern im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bundesweit einheitlich geregelt. Sie gilt 20 Jahre lang zu dem Satz, der bei Inbetriebnahme gilt. Für Anlagen, die zwischen dem 01.08.2026 und dem 31.01.2027 in Betrieb gehen:
| Anlagenteil | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| 10–40 kWp (Anteil) | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Die Sätze sinken alle sechs Monate um 1 %, das nächste Mal zum 01.02.2027.
Solarspitzengesetz und geplante EEG-Novelle
- Seit 25.02.2025 gilt für neue Anlagen ab 2 kWp: In Stunden mit negativen Börsenstrompreisen gibt es keine Vergütung; diese Stunden werden an das Ende der 20-jährigen Förderdauer angehängt.
- Ohne Smart Meter und Steuerbox ist die Einspeisung auf 60 % der Modulleistung begrenzt.
- Das Bundeskabinett hat am 29.07.2026 eine EEG-Novelle beschlossen, nach der neue Anlagen unter 25 kWp keine feste Einspeisevergütung mehr erhalten sollen. Das Gesetz ist noch im parlamentarischen Verfahren (Stand: Oktober 2026).
0 % Mehrwertsteuer auf Photovoltaik
Nach § 12 Abs. 3 UStG gilt für die Lieferung und Installation von Photovoltaikmodulen, den wesentlichen Komponenten wie Wechselrichter sowie Batteriespeichern auf oder in der Nähe von Wohngebäuden ein Steuersatz von 0 %. Bei Anlagen bis 30 kW (laut Marktstammdatenregister) gelten die Voraussetzungen automatisch als erfüllt. Die Regelung gilt seit dem 01.01.2023 und ist unbefristet. Angebote für Privathaushalte werden deshalb ohne Umsatzsteuer ausgewiesen – bei einer Anlage für 12.000 € wären es sonst 2.280 € mehr.
Förderung in Berlin und Brandenburg 2026
Berlin: SolarPLUS
Die Richtlinie gilt seit dem 08.01.2026 und läuft bis zum 31.12.2026. Gefördert werden unter anderem:
- 250 € pro kWp PV-Leistung, aber nur zusammen mit einem neuen Batteriespeicher, maximal 4.750 €
- 750 € für die Ertüchtigung des Zählerschranks
- bis zu 5.700 € für eine denkmalgerechte Gestaltung
Wichtig: Den Antrag bei der IBB stellen, bevor Sie den Auftrag erteilen.
Brandenburg und Potsdam
- Das Land Brandenburg hat 2026 kein Zuschussprogramm für private PV-Anlagen.
- Die ILB bietet den Förderkredit „Wohneigentum – Nachhaltige Modernisierung“ an.
- Potsdam fördert mit 200 € pro kWp (maximal 1.200 €) plus 1.000 € für einen Speicher; Antragsfrist ist der 31.10.2026.
Stand: Oktober 2026. Förderprogramme ändern sich häufig – prüfen Sie die Bedingungen vor der Bestellung beim Fördergeber.
Anmeldung, Netzbetreiber und Solargesetz
- Netzbetreiber: In Berlin ist das die Stromnetz Berlin GmbH. In Brandenburg ist es meist die E.DIS Netz, im Süden des Landes die MITNETZ Strom und in Potsdam die Netzgesellschaft Potsdam. Die Anmeldung übernimmt in der Regel Ihr Installateur.
- Marktstammdatenregister (MaStR): Anlage und Speicher müssen innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme bei der Bundesnetzagentur registriert werden – das ist Ihre Pflicht als Betreiber.
- Berliner Solargesetz: Seit dem 01.01.2023 gilt in Berlin eine Solarpflicht für Neubauten und für wesentliche Dachsanierungen, bei denen mindestens 30 % der Dachfläche erneuert werden.
- Denkmalschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist vorab die Denkmalbehörde einzubeziehen.
Den Ablauf Schritt für Schritt beschreibt unser Ratgeber Solaranlage in Berlin & Brandenburg anmelden.
Besonderheiten in Berlin und Brandenburg
In Berlin prägen Mehrfamilienhäuser, Altbauten und viele Straßenbäume das Bild. Verschattung, Denkmalschutz und bei Mietshäusern das Thema Mieterstrom spielen deshalb oft eine größere Rolle als im Umland. In Brandenburg stehen dagegen häufig Einfamilienhäuser und Nebengebäude mit großen, freien Dachflächen zur Verfügung.
Für Adressen in beiden Ländern schlägt unser kostenloser PV-Planer die Dachneigung aus dem amtlichen Solarkataster vor. Sie planen die Module auf dem Luftbild und können optional ein 3D-Modell aus eigenen Drohnenfotos erstellen lassen.
So kommen Sie über MeinSolarPlan.de zu Angeboten
Kostenlos registrieren
Die Planung ist kostenlos, setzt aber ein Kundenkonto voraus.
Dach planen
Module auf dem Luftbild platzieren, Neigung eintragen oder aus dem Solarkataster übernehmen.
Ertrag berechnen
Jahresertrag nach PVGIS-Daten, Eigenverbrauch und Ersparnis als PDF.
Angebote vergleichen
Planung für Installateure aus der Region freigeben und Angebote vergleichen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Solaranlage in Berlin durchschnittlich?
Für 8–15 kWp meist 1.000–1.400 € pro kWp. Eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher kostet rund 10.000–15.000 €, eine 5-kWp-Anlage etwa 6.500–9.000 € (Stand: Oktober 2026).
Wie viel Strom erzeugt eine Anlage in Berlin?
Nach Süden ausgerichtet etwa 950–1.050 kWh pro kWp und Jahr, eine 8-kWp-Anlage also rund 8.000 kWh. Ost-West-Dächer liefern etwa 80 %, Norddächer bei 30–35° Neigung etwa die Hälfte. In Süddeutschland liegt der Ertrag rund 8 % höher.
Welche Förderungen gibt es?
Bundesweit die EEG-Einspeisevergütung und 0 % Mehrwertsteuer. In Berlin SolarPLUS (250 €/kWp nur mit neuem Speicher, max. 4.750 €), in Brandenburg den ILB-Förderkredit und kommunale Programme wie in Potsdam (Stand: Oktober 2026).
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Er erhöht den Eigenverbrauch von typisch 25–35 % auf 50–70 %, rechnet sich aber oft nicht innerhalb seiner Lebensdauer (HTW Berlin). Mit SolarPLUS kann es in Berlin anders aussehen – rechnen Sie beide Varianten durch.
Wie finde ich ein faires Angebot?
Holen Sie mindestens drei Angebote auf derselben Grundlage ein – zum Beispiel mit einem Belegungsplan – und vergleichen Sie den Preis pro kWp sowie die Komponenten.